Carolin Hahnel
← Zurück zur Campuslandkarte
Carolin Hahnel ist Professorin an der Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität Bochum und leitet dort den Arbeitsbereich Psychologische Diagnostik. Ihre Forschung fokussiert sich auf das Verständnis von Lesen als Problemlöseprozess, den Umgang mit digitalen Informationen sowie auf das Assessment digitaler (Lern-)Umgebungen.
Im Zentrum ihrer wissenschaftlichen Arbeit steht die Frage, wie Menschen digitale Informationen suchen, verarbeiten und bewerten. Dabei wird Lesen als ein Problemlöseprozess verstanden, insbesondere im Kontext von Informationssuche im Internet ohne domänenspezifische Kompetenzen oder der Bedienung digitalisierter Alltagsgeräte. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Modellierung von Prozessdaten zur Diagnostik von Verständnis- und Lernprozessen. Hierfür nutzt Carolin Hahnel Methoden der Log- und Prozessdatenanalyse sowie Ansätze aus dem Bereich des Large-Scale Assessments. Ihr Ziel ist es, aus beobachtbarem Verhalten valide Indikatoren abzuleiten, die Rückschlüsse auf zugrundeliegende kognitive Prozesse erlauben. Diese Indikatoren bilden wiederum die Grundlage für formative und adaptive Rückmeldungen im Rahmen digitaler Lernumgebungen.
Im Projekt ROSE (Reflexiver Unterricht zur Vermittlung von Fähigkeiten im Umgang mit Online-Informationen) erforscht Carolin Hahnel, bspw. wie Schüler:innen bei der Suche und Bewertung von Online-Informationen unterstützt werden können. Durch ein formatives Assessment mit Prozessfeedback sollen selbstreflexive Denkprozesse angeregt und informationsbezogene Kompetenzen gezielt gefördert werden. Die zugrundeliegende Lernplattform analysiert dabei das Nutzerverhalten und generiert individualisierte Rückmeldungen zur Förderung der Online-Recherchekompetenz. Besondere Aufmerksamkeit widmet sie dabei dem Spannungsfeld zwischen formativer und summativer Leistungsrückmeldung: Sie interessiert sich nicht nur dafür, wie Rückmeldungen gegeben werden, sondern auch dafür, wie sie verstanden werden und welche Handlungsimplikationen Lernende daraus ableiten.
In einem weiteren Projekt – CORE (Critical Online Reasoning in Higher Education, Teilprojekt GEN_COR) – untersucht Carolin Hahnel, welche Fähigkeiten Studierende benötigen, um alltägliche Informationsprobleme in digitalen Umgebungen zu lösen. Ziel ist es, evidenzbasiertes Argumentieren sowie das Zusammenspiel zwischen Leser:innen und digitalen Informationsquellen im Hochschulkontext besser zu verstehen.
Das Projekt TPL-basics, widmete sich dem Erwerb von Handlungswissen bei der Nutzung von Alltagsgeräten mit digitalisierten Interfaces. Dabei wird untersucht, wie Erwachsene sich Wissen über diese Geräte aneignen und welche Bedingungen deren erfolgreiche Anwendung fördern. Auch hier geht es letztlich um Lesen als Problemlöseprozess, da der Lernprozess häufig über schriftliche Anleitungen erfolgt .
Carolin Hahnel arbeitet überwiegend mit quantitativen Methoden, insbesondere mit Verfahren aus dem Bereich der Item Response Theory, der Logdatenanalyse und der Analyse geschachtelter Datenstrukturen. Ihre Forschung verfolgt einen diagnostischen Zugang zur Erfassung von Lernprozessen mit dem Ziel, adaptive Fördermaßnahmen zu entwickeln.
Einordnung auf der Campuslandkarte
- Digitalisierung / Digitalität
- Digitale Lernsettings
- Non-formale und informelle Lernräume
- Kompetenzen
- Lernprozess - Instruktionsdesigns
Projektübersicht
- Reflexiver Unterricht zur Vermittlung von Fähigkeiten im Umgang mit Online-Informationen; ROSE
- Critical Online Reasoning in Higher Education (Teilprojekt: Generic Critical Online Reasoning (GEN_COR) Skills)
- Bedingungen des Erwerbs von Handlungswissen zum Lösen technischer Probleme; TLP-basics (abgeschlossen)