Lisa Berkel-Otto

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Lisa Berkel-Otto ist Post-Doctoral Researcher in der Abteilung Sprachbildung und Mehrsprachigkeit am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum. In ihrer Forschung und Lehre arbeitet sie zu Themen der sprachlichen Bildung im Kontext von Lehrer*innenbildung und hochschuldidaktischer Professionalisierung.

Zwei zentrale Fragestellungen prägen ihre wissenschaftliche Arbeit: Zum einen widmet sie sich der Frage, welche Kompetenzen angehende Lehrkräfte benötigen, um sowohl sprachbildenden Fachunterricht professionell zu gestalten als auch auf die Herausforderungen im Unterricht mit neu zugewanderten Schüler:innen angemessen zu reagieren. Zum anderen interessiert sie sich für die hochschuldidaktische Perspektive – insbesondere für die Gestaltung von Lerngelegenheiten, die Theorie und Praxis sinnvoll miteinander verzahnen. Dabei stehen auch die unterschiedlichen Perspektiven von Studierenden, Lehrenden und institutionellen Rahmenbedingungen im Fokus.

Im Rahmen ihrer Dissertation untersuchte Lisa Berkel-Otto die hochschulische Lehrkräftebildung im Fachbereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Sie führte zunächst qualitative Interviews an zwei Standorten durch und entwickelte daraus eine landesweite Fragebogenerhebung in NRW. Ziel der explorativen Studie war eine Bestandsaufnahme zur Rolle und den Zielen der Hochschullehrenden sowie den Inhalten der Sprachbildung im Bereich Deutsch als Zweitsprache (insb. im Modul Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte (DSSZ)). Die Ergebnisse zeigen, dass das Modul in seiner derzeitigen Form vor allem zur Sensibilisierung von Lehramtsstudierenden beitragen kann, aber nicht ausreichend auf die komplexen Anforderungen in sprachlich heterogenen Klassenzimmern vorbereitet. Insbesondere die thematische Überfrachtung des Moduls stellt eine strukturelle Herausforderung dar.

Ein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt auf der Planung einer Langzeitstudie, in der Studierende über verschiedene Ausbildungsphasen hinweg begleitet werden sollen – idealerweise bis in den Schuldienst. Im Fokus steht die Frage, welche Lerngelegenheiten zur Sprachbildung im Studium langfristig wirksam sind und welche Inhalte tatsächlich in die schulische Praxis übertragen werden. Erste Schritte erfolgen derzeit über Gruppeninterviews mit Studierenden in unterschiedlichen Ausbildungsphasen.

In dem abgeschlossenen Projekt Sprachförderung und transkulturelle Sensibilität in der Lehrkräftebildung untersuchte Lisa Berkel-Otto die Schaffung eines Angebots für Studierende zur gezielten Beschäftigung mit allgemein- als auch sprachdidaktischen Fragestellungen sowie der transkulturell sensiblen Arbeit mit neu zugewanderten Schüler:innen. Ergänzt wurde das Projekt durch eine Bedarfsanalyse mit praktizierenden Lehrkräften, deren konkrete Herausforderungen aus dem Schulalltag in die universitäre Lehre rückgekoppelt wurden.

Ein weiteres aktuelles Projekt widmet sich der Nutzung Künstlicher Intelligenz im Kontext sprachlicher Bildung. In Kooperation mit der Universität zu Köln werden dabei Nutzungsmuster und Handlungspraxen von Studierenden im DSSZ-Modul untersucht. Ziel ist es, hochschuldidaktische Implikationen für den reflektierten Einsatz von KI in sprachbildungsbezogenen Lehrformaten zu erarbeiten.

Zudem befasst sich Lisa Berkel-Otto in dem Projekt Szenarioorientiertes Lernen in der Lehrkräftebildung, mit der Erforschung sowie Erprobung dieser innovativen Lehr-Lern-Methoden zur Steigerung praxisnaher Anteile im Lehramtsstudium und einer engeren Theorie-Praxis-Verzahnung. Auch im Lehr-Lern-Projekt SprachErleben - DSSZ-Modul macht Schule ist die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis eines der wichtigsten Ziele. Studierende des Lehramts sollen eigene Mini-Forschungsprojekte im schulischen Kontext und mit schulischen Akteur*innen durchführen, indem sie das didaktische Prinzip des Scaffoldings theoretisch erarbeiten, praktisch erproben und empirisch untersuchen. Ziel ist eine praxisnahe, reflektierte sowie zielgenaue Lehrkräftebildung im Bereich Sprachbildung und Deutsch als Zweitsprache.

Methodisch ist Lisa Berkel-Otto breit aufgestellt. Sie arbeitet insbesondere mit der qualitativen Inhaltsanalyse, typenbildenden Verfahren und der dokumentarischen Methode, für die sie Interviews und Videographien heranzieht, sowie – quantitativ – mit statistischen Analysen unter Einsatz von Fragebögen und Kompetenztests.

Einordnung auf der Campuslandkarte

Projektübersicht

  • SprachErleben - DSSZ-Modul macht Schule